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Hoffnung

In Zeiten von Corona vereinsamt die Hoffnung, ins Eck gestellt von scheinbar wichtigerem. Ich kenne einige Menschen, die lachen und weinen zugleich, da ihre lebenswichtigen Untersuchungen in eine ungewisse Zukunft verschoben wird wegen Corona. Hoffnung ist immer die Hoffnung des einzelnen Menschen, doch scheinbar ist die Masse „Menschheit“ wichtiger. Ich bin der Mensch!!

Deswegen schreibe ich über Hoffnung.

Dazu ein Zitat von Bollnow, O.F. (1983), 32f:

„Auch mir ist das Verständnis der Hoffnung erst sehr langsam aufgegangen; im Grunde erst durch die große Erfahrung des letzten Krieges. In einer Situation, wo der Verstand keine Möglichkeiten mehr sehen konnte, die unvermeidliche Katastrophe zu überstehen, da blieb die irgendwie verborgene Hoffnung auf ein Überstehen. Und dieses „Irgendwie“, dass das Leben irgendwie doch weitergehen könnte, das ist mir das Entscheidende. Ich habe darum von der Bildlosigkeit dieser letzten Hoffnung gesprochen.“

Ernst Bloch fasst die Hoffnung als ein Vertrauen auf, dass es über den Bereich der Zukunft hinaus, in dem man mit Sicherheit planen kann, in derselben Richtung ( positiv ) noch ein Stück in die Dunkelheit hinein weitergeht. Es beruht auf der eigenen Kraft, die sich aber auch aus der Kraft der Erfahrung der ganzen Menschheit nährt.
Ernst Bloch: „Das Prinzip Hoffnung“ ; 3-bändiges Werk 1956, Berlin

Doch hat für mich Hoffnung auch eine ganz andere Quelle: Kardinal Karl Lehmann, „Gegen Hoffnung in Hoffnung“ 2016, S. 10 f:

„Mir dagegen ist wichtig, dass in der Hoffnung dem Menschen etwas andres tragend entgegenkommt. Dieses Angenommenwerden und Aufgefangenwerden von einer anderen Kraft, die nicht mehr unsre ist, das ist mir das Entscheidede (…) Es gehört zum Wesen dieser Hoffnung, dass ich mir keine Vorstellung von dem mache, was kommen soll und wie es kommen soll, sondern dass ich den eigenen Willen ausschalte und mich ganz dem überlasse, was mir als tragend entgegenkommt.“

Wo stehe ich selber, wie schreite ich in meine Zukunft. Sokrates sagt „Ich weis, dass ich nichts weis“ und hält sich dadurch alles offen. Kant formuliert es schärfer: „Was kann ich wissen, was soll ich tun, was darf ich hoffen?“

Was darf ich hoffen? Wahrheit und Klarheit! Mut gegen die Hoffnungslosigkeit! Einen treuen Begleiter! Mein Leben eine wunderbare Reise mit der Hoffnung nach Hause zu kommen! Lebendigkeit heißt Entwicklung, Ringen mit sich selbst, Veränderung ist möglich! Mein Schrei aus der Tiefe ist der Weg durch die Nacht zu neuem Leben!

Ganz persönlich, Thomas Schmitt

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