Rückblick: „WIEDERSEHEN“ BEREITET FREUDE….

„Sommerfest“ und „Weihnachtsfeier“ haben eine lange Tradition in unserer Gruppe 94. Betroffene und Angehörige, Mitglieder und Freunde, Ärzte, Therapeuten und schamanisch Tätige werden zu beiden Veranstaltungen eingeladen.

 

Unser diesjähriges Sommerfest wurde Corona-bedingt abgesagt.

Stattdessen planten wir ein „WIEDERSEHENSFEST“, das am 5. September im ruhigen und begrünten Innenhof der Gruppe 94 stattfand. Hier war ausreichend Platz für Begegnungen in einem sicheren Abstand zueinander, Schutzmaßnahmen waren vorhanden, Eigenverantwortung brachte jede/r mit.

 

Viele waren der Einladung zum Fest an diesem sonnigen Nachmittag gefolgt und zeigten ihre Freude über das Wiedersehen. Nach der herzlichen Begrüßung aller Gäste stellte Dr. Thomas Schmitt, Obmann des Zentrums, die geplanten Herbstaktivitäten und die verschiedenen, zum Teil neuen Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme mit der Gruppe 94 vor. 

Danach erfreute uns die Autorin Helena Opitz-Sokolova mit einer ihrer Geschichten. Später führten uns die entspannenden Klänge von Mantras und der Rhythmus schamanischer Trommeln auf den Weg nach Innen. Das Buffet bot viel Köstliches für jeden Geschmack.      

 

In wohltuender Atmosphäre gab es Raum und Zeit für wunderbare Begegnungen und Gespräche. Zeit zum Erzählen und Zuhören, Zeit zum gemeinsamen Scherzen und Lachen, Zeit für den Austausch von Erfahrungen und die Möglichkeit, im persönlichen Kontakt auch über tiefere, ernstere Themen zu sprechen.     

 

Beim Heimfahren von dieser Veranstaltung fühlte ich mich reich beschenkt. In meinem Rucksack war ein großes Stück Kuchen vom Buffet und mein Herz war voller Freude und Dankbarkeit über die berührenden Begegnungen und Erlebnisse. 

Dazu gehört das unerwartete Wiedersehen nach zehn Jahren (!) mit einer lieben Weggefährtin. Gemeinsam mit ihrem Mann hatte sie den öffentlichen Weg von NÖ nach Wien auf sich genommen, trotz Rollstuhl und Sauerstoff und Corona, um bei unserem Fest dabei zu sein, um vielleicht noch „alte“ Wegbegleiterinnen wie mich zu treffen….

 

Vielen Dank an alle, die organisiert und geholfen haben!

Herzlichen Dank an alle, die da waren und so ihr Interesse und ihre Verbundenheit zur Gruppe 94 gezeigt haben!

 

Gina Kekere 

Gina Kekere

Liebe Freundinnen, liebe Freunde, liebe Mitglieder!

Wir hoffen sehr, dass Sie die letzten Monate gut überstanden haben, dass Sie voller Zuversicht in die Herbst- und Winterzeit gehen.

Nach dem Corona-bedingten „Stillstand“ finden endlich! wieder Veranstaltungen in der Gruppe 94 statt. Unser „Wiedersehensfest“ im September war ein besonderes Erleben. Zahlreiche Besucher genossen das Treffen mit Gleichgesinnten und freuten sich über den persönlichen Austausch – mehr davon im Beitrag „Rückblick“.

Die kommende kalte und dunkle Jahreszeit lädt uns im Einklang mit der Natur zu einer innerenEINKEHRein. Innehalten, nach innen lauschen, der Stille begegnen, spüren und aushalten was da ist, in Berührung kommen mit sich selbst. Beiträge auf den folgenden Seiten beinhalten diese Themen, zeigen Wege auf zur Innenschau.

Persönliche Gespräche mit Arzt oder Therapeuten sowie der persönliche Austausch in der SHG „Die Zwiebel“ sind für Betroffene und Angehörige von enormer Wichtigkeit. Neu: Ist ein Kommen nicht möglich, so gibt es zum Kontakt aufnehmen mit uns einen „Telefondienst“ und einen Blog, beides eingerichtet mit Infos auf unserer Homepage.

Viel Freude und Inspiration beim Lesen des Rundbriefes und alles Gute!

In Herzlichkeit Gina Kekere

°*°*°Kaleidoskop des Lebens°*°*°

 

Achte gut auf diesen Tag

Achte gut auf diesen Tag,
denn er ist das Leben –
das Leben allen Lebens.
In seinem kurzen Ablauf liegt alle Wirklichkeit
und Wahrheit des Daseins,
die Wonne des Wachsens,
die Größe der Tat,
die Herrlichkeit der Kraft –

denn das Gestern ist nichts als ein Traum
und das Morgen nur eine Vision.
Das Heute jedoch – recht gelebt –
macht jedes Gestern zu einem
Traum voller Glück
und jedes Morgen zu einer
Vision voller Hoffnung.

Darum achte gut auf diesen Tag!

DSCHALAL AD-DIN AR-RUMI

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Die Sprache des Lebens

Ein Mann sprach: „Gott, rede zu mir.“ Und eine Wiesenlerche sang. Aber der Mann hörte sie nicht.
Also rief der Mann wieder: „Gott, sprich zu mir!“ Und ein heftiger Donner grollte über ihm am Himmel. Aber dem Mann fiel es nicht auf.
Er sah sich um und sagte: „Gott, zeige dich mir.“ Und ein Stern leuchtete hell. Aber der Mann nahm keine Notiz davon.
Er rief ungeduldig: „Gott, zeig mir ein Wunder!“ Und ein neues Leben wurde geboren. Aber der Mann war davon nicht berührt.
Schließlich schrie er verzweifelt: „Berühre mich, Gott, lass mich doch wissen, dass du da bist!“
Gott beugte sich hinunter und berührte den Mann mit unendlicher Zärtlichkeit. Doch der Mann wischte den Schmetterling weg und lief voller Trauer davon.

Aus: Glück ist, was du daraus machst – Weisheitsgeschichten aus aller Welt

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So ist das Leben

Es war ganz ruhig auf einer Waldlichtung. Alles ruhte in der Mittagszeit. Alles, bis auf ein kleines Vögelein, das unvermittelt fragte: „ Was ist das Leben?“

Zunächst herrschte betretenes Schweigen, doch dann öffnete die Heckenrose eine ihrer Blüten und sagte: „Das Leben ist Entfaltung.“
Da kam ein Schmetterling vorbei, flog von Blume zu Blume, genoss den Nektar und rief leichthin: „Das Leben ist reine Freude und Genuss!“
Dem widersprach die Ameise, die gerade eine große Last schleppte, vehement: „Das Leben ist nichts als Mühsal und schwere Arbeit.“
Der Maulwurf, der gerade seinen Kopf aus der Erde steckte, stimmte zu und ergänzte: „Das Leben ist ein einziger Kampf in der Dunkelheit.“

Ein paar Stunden später machte sich der Uhu in der Dämmerung bereit für seinen Flug. Er krächzte in die beginnende Nacht: „Leben heißt, Gelegenheiten zu nutzen, wenn andere schlafen.“
Dann wurde es ganz dunkel auf der Lichtung. Spät am Abend kam ein junger Mann vom Dorffest. Erschöpft vom Tanzen und Feiern lehnte er sich an einen Baumstamm. „Das Leben ist ein ständiges Suchen nach Glück und eine einzige Kette von Enttäuschungen“, murmelte er, bevor er einschlief.

Die Nacht verging und schon tauchte die Morgenröte die Lichtung in ihr warmes Licht und flüsterte: „Das Leben ist ein andauerndes Beginnen, Tag für Tag.“

Aus: Das Kaleidoskop des weisen Händlers – Geschichten für ein offenes Herz und einen wachen Geist

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