Dr. Thomas Schmitt

 

GESUNDHEIT – ein ärztlicher Blick

Als Arzt setze ich mich mit meinen PatientInnen jeden Tag in der Praxis mit dem Thema Gesundheit auseinander und erlebe eine unglaublich komplexe Vielfältigkeit.

Bereits beim Begriff „Gesundheit“ findet die WHO eine sehr weitgefächerte allgemeine Begriffsdefinition, um der breiten Vielfalt von Gesundheit zu entsprechen. Der Begriff „Gesundheit“ ist abhängig von Kulturen, Lebenszeiten, persönlichen Umständen und Notwendigkeiten. Das bedeutet konkret, meine persönliche Definition von Gesundheit wird geprägt von der Gemeinschaft, in der ich aufwachse und lebe, von meinem Lebensalter und den persönlichen Zielen, die ich für mich entwerfe. Ein Spitzensportler wird Gesundheit anders definieren als ein kranker Mensch!

Gesundheit ist variabel, zeigt eine Vielfalt, die sich teilweise widerspricht und doch gemeinsam eine Norm darstellt. Was ist gesünder? Um 18:00 regelmäßig essen oder um 21:00, wie es in südlicheren Ländern üblich ist? Ist eine 16:8 Essensphilosophie gesünder als 3 x über den ganzen Tag verteilt zu essen? Bezieht sich Gesundheit hier nur auf eine körperliche Ebene mit langer Lebenszeit und Krankheitsvermeidung oder ist Lebenslust und Genießen miteinberechnet? 

Bei der körperlichen Ebene kann ich relativ leicht gemeinsame Nenner finden. Keiner widerspricht, wenn ich sage, dass Bewegung und Ernährung Bausteine für den Begriff „Gesundheit“ sind. Ausgewogen, regelmäßig und maßvoll sind hier wichtige Regulatoren. Wichtig ist hier, seine persönlichen Konzepte zu entwickeln, die zu mir und meinem Körpertypus passen und nicht im Widerspruch zur Lebenslust stehen.

Bereits viel schwieriger wird es mit der psychischen Gesundheit. Es ist eine fließende Grenze zwischen einer psychischen Gesundheit und einer psychischen Krankheit, erst im Verlauf und regelmäßigem Verhalten wird die Krankheit manifest. Doch geht es hier in diesem Artikel darum, die Gesundheit zu finden und …

Dr. Thomas Schmitt

 

GESUNDHEIT – ein ärztlicher Blick

Als Arzt setze ich mich mit meinen PatientInnen jeden Tag in der Praxis mit dem Thema Gesundheit auseinander und erlebe eine unglaublich komplexe Vielfältigkeit.

Bereits beim Begriff „Gesundheit“ findet die WHO eine sehr weitgefächerte allgemeine Begriffsdefinition, um der breiten Vielfalt von Gesundheit zu entsprechen. Der Begriff „Gesundheit“ ist abhängig von Kulturen, Lebenszeiten, persönlichen Umständen und Notwendigkeiten. Das bedeutet konkret, meine persönliche Definition von Gesundheit wird geprägt von der Gemeinschaft, in der ich aufwachse und lebe, von meinem Lebensalter und den persönlichen Zielen, die ich für mich entwerfe. Ein Spitzensportler wird Gesundheit anders definieren als ein kranker Mensch!

Gesundheit ist variabel, zeigt eine Vielfalt, die sich teilweise widerspricht und doch gemeinsam eine Norm darstellt. Was ist gesünder? Um 18:00 regelmäßig essen oder um 21:00, wie es in südlicheren Ländern üblich ist? Ist eine 16:8 Essensphilosophie gesünder als 3 x über den ganzen Tag verteilt zu essen? Bezieht sich Gesundheit hier nur auf eine körperliche Ebene mit langer Lebenszeit und Krankheitsvermeidung oder ist Lebenslust und Genießen miteinberechnet? 

Bei der körperlichen Ebene kann ich relativ leicht gemeinsame Nenner finden. Keiner widerspricht, wenn ich sage, dass Bewegung und Ernährung Bausteine für den Begriff „Gesundheit“ sind. Ausgewogen, regelmäßig und maßvoll sind hier wichtige Regulatoren. Wichtig ist hier, seine persönlichen Konzepte zu entwickeln, die zu mir und meinem Körpertypus passen und nicht im Widerspruch zur Lebenslust stehen.

Bereits viel schwieriger wird es mit der psychischen Gesundheit. Es ist eine fließende Grenze zwischen einer psychischen Gesundheit und einer psychischen Krankheit, erst im Verlauf und regelmäßigem Verhalten wird die Krankheit manifest. Doch geht es hier in diesem Artikel darum, die Gesundheit zu finden und wie ich sie persönlich fördern kann. Ziel ist es, die Gesundheit aktiv zu fördern und Krankheit überhaupt nicht erst sich entwickeln lassen. Bereits beim Schreiben wird mir bewusst, dass ich nicht alles erfasse und vielen nicht gerecht werde. Doch will ich es trotzdem versuchen und ein Konzept für eine gute, stabile psychische Gesundheit entwickeln.

Ich erlebe Menschen, die in einem guten sozialen Kontext leben, als robust und gesettelt. Eine soziale Umgebung zu haben, die mich trägt und fördert, ist eine wichtige Basis. Familie, Freunde und einen breiten Bekanntenkreis zu haben, fördert und trägt mich. Es ist ein Umfeld, das mir Rückmeldungen zu meiner Befindlichkeit gibt, das auf mich schaut und mir hilft. Dies bedeutet aber, eine Ehrlichkeit und Offenheit miteinander zu haben, die von Toleranz und Humor getragen wird.

Damit ich dies erleben kann, muss ich mir bis zu einem gewissen Ausmaß selbst begegnen und einen Prozess durchlaufen, der mich in diesen Begriffen reifen lässt, in dem ich die Prägung durch meine Familie zu meiner eigenen Entwicklung durchlaufe und ein eigenes Weltbild entwickle, das positiv ist und eine Offenheit hat, die Toleranz zulässt. Mit sich selbst sanft umgehen und dabei aber ehrlich in der Situation zu bleiben, erfordert Mut. Ein persönlicher Zugang ist, mir immer wieder eine Auszeit zu gönnen, in der ich mir begegne und Zeit habe, meine offenen Fragen zu formulieren – keine Antworten! Es ist wie beim Bild vom Sturm gepeitschten See, in dem der Sturm sich legt, der See ruhig wird und den Blick in die Tiefe des Wassers freigibt.

Ich biete mein eigenes Weltbild zur Diskussion an:

– Leben ist Bewegung, somit verändert sich alles, nichts bleibt, so wie es ist.

– Hoffnung ist nicht die Gewissheit, alles wird gut, sondern der Weg, den ich einschlage, ist mein Weg, für mich richtig und führt mich hoffentlich ans Ziel.

– Leben ist ein lebenslanges Lernen mit dem Ziel, meine Angst zu überwinden.

Wie gesagt, mein eigenes Weltbild! Meine Lebenssätze haben sich auch im Verlauf verändert, aber nicht in der Grundsubstanz. Ich habe jetzt verschiedene Ebenen eröffnet für eine gute und stabile psychische Gesundheit: Ein gutes soziales Umfeld, sich selbst begegnen mit dem Ziel der eigenen Entwicklung zu einer verantwortungsvollen Persönlichkeit und ein tragendes Weltbild.

Eine Kraft, die jeden trägt, ist der Humor. Lachen ist gesund, Lachen löst viele Spannungen und über sich selbst lachen zu können, das ist die hohe Schule des Lebens. Hier meine ich den Humor, der nicht auf Kosten von anderen geht.

Achtsamkeit. Dieser Begriff bedeutet, als ganzer Mensch im Hier und Jetzt zu sein. Gefühle leben und sie zu spüren, sie als wertvolle Botschaft für die eigene Bedürftigkeit wahrzunehmen und ihnen zu vertrauen.

Mein Rhythmus steht für die meisten Menschen im Widerspruch zu den Anforderungen der Gesellschaft, des Berufs und den eigenen Vorstellungen. Hier geht es um Auszeiten, Pausen und Erholungszeiten, wie schnell oder ruhig ich meine Arbeiten erledige und ich somit in mir ruhe oder gestresst werde. Vieles kann ich nicht verändern, sondern muss es akzeptieren, weil die Gesellschaft es so fordert, doch kann ich einen Gegenpool schaffen, aktive Erholungszeiten, ich mache aktiv etwas für mich und entleere mich nicht passiv vor dem Fernseher u/o Computer.

Es gäbe noch vieles, aber eines ist mir noch wichtig. Das zu suchen, was außerhalb unserer sichtbaren Welt liegt – die Spiritualität. Eine Spiritualität zu besitzen hilft, sich selbst besser einzuordnen und eine Kraft außerhalb des eigenen Lebens zu haben.

Ich muss nicht alles wahrnehmen, manchmal ist es gut, sich auf einige oben genannte Punkte einzulassen. Aber es tut gut in Bewegung zu sein, das Leben als große Reise zu erleben und die Welt als freundliche Scheibe wahrzunehmen.

Dr. Thomas Schmitt

Neu: ANGEHÖRIGEN-TREFFEN in der Gruppe 94

Immer wieder werde ich gefragt, ob es eine Selbsthilfegruppe für Angehörige gibt. Ich kenne keine SHG für Angehörige in Österreich.

Trotzdem ist mir bewusst, dass der Zugang zur Krankheit „Krebs“, sein Umgang und der Weg zur Gesundheit ganz verschieden angegangen werden, je nachdem ich Betroffene/r oder Angehörige/r bin. Als Betroffene/r bin ich vielmehr mit den Folgen von Krankheit und Therapien konfrontiert, muss meine Kräfte sammeln, um den Weg der Krankheit zu gehen.

Als Angehöriger bin ich in der Rolle eines Begleiters, konfrontiert damit, dass das Schicksal meinen Partner in eine andere Welt katapultiert hat, bin als Begleiter auch in einer hilflosen Position, da Krankheit, Therapien und anderes die gemeinsame Welt bestimmen. Als Angehöriger erlebe ich auch, dass unter Umständen mein Partner den Weg zur Gesundheit ganz anders angeht als ich ihn planen würde. Schon der Begriff „was ist gesund“ kann zu Streit führen, da meine gut gemeinte Tasse Tee nicht akzeptiert wird.

Gerade als Angehöriger setze ich mich auch mit dem möglichen Tod des Partners auseinander, eine schmerzhafte Vorstellung. Doch dies will ich nicht mit dem Partner diskutieren, da ich seine Hoffnung nicht zerstören will.

Als Angehöriger erlebe ich eine Entwicklung bei meinem Partner, zwangsweise bedingt durch die Krankheit, die nicht geplant war, gemeinsame Ziele verschieben sich. Die persönlichen Werte innerhalb der Beziehung werden in Frage gestellt, große Belastung sowohl psychisch, physisch, sozial als auch finanziell ergeben sich. Dies alles und viel mehr stürzen auf den Angehörigen, den Partner ein. Doch gibt es in vielen Beziehungen keinen Raum dafür, dies gemeinsam aufzuarbeiten. Anderes ist wichtiger oder die Kraft reicht einfach nicht aus für diesen Austausch. Die Schere der Auseinanderentwicklung öffnet sich.

– Wo ist der Platz für meine Gefühle?!

– Wo kann ich meinen Frust abladen?!

– Wo finde ich Antworten auf so viele Fragen?!

Wir bieten als Einstieg in eine mögliche Selbsthilfegruppe „Angehörige“ erstmals zwei Abende im Herbst an, um auszuloten, ob Interesse daran besteht.

Christa Kaderavek und Thomas Schmitt moderieren am 4.11. und am 14.12. jeweils ab 19 Uhr diese Abende. Wir bitten um Anmeldung bei:
Christa 0676 4284596 oder Thomas 0664 5811642

KREBS UND PSYCHE – Ein Vortragsabend mit Dr. Tilly Egger

Die Diagnose „Krebs“ trifft jeden Menschen im Herzen. Jeder stellt sich in Frage, jeder ist verwundet und jeder hofft, es geht gut aus. Mit diesen wenigen Worten versuche ich eine Dimension zu beschreiben, das uns in unseren Grundfesten erschüttert, wenn es eintritt. Deswegen ist Krebs nicht nur eine Erkrankung des Körpers, Heilung muss sich auch in meiner Psyche abspielen!

Ich freue mich, dass Frau Dr. Tilly Egger, Strahlentherapeutin und Psychoonkologin der ersten Stunde in Österreich, einen offenen Abend gestaltet und skizziert, welche Mechanismen uns helfen, die Krise zu meistern, warum Psyche und Immunsystem zusammenhängen, was dies beeinflusst und warum es zentral ist, selbst aktiv bei der Heilung mitzuarbeiten. Nach dem Vortrag gibt es die Möglichkeit zur Diskussion.

Mittwoch, 1.12.2021, 19 Uhr, Gruppe 94
Anmeldung
bei Dr. Th. Schmitt: 0664 58 11 642

Dr. Thomas Schmitt

 
Liebe Freunde/innen der Gruppe 94!
 
Corona hat uns schlafen geschickt, hat uns zurückgeworfen auf unser ureigenes Selbst. So ist das Thema „Gesundheit“ vielschichtig. Einerseits ergab die Situation, seine eigenen Kraftquellen zu aktivieren, um die Krise zu meistern, anderseits hat es auch uns als Gruppe aktiviert, wieder als Angebot, wieder als Treffpunkt für das Thema „Krankheit“ da zu sein. Wir fürchten, dass Corona noch nicht besiegt ist, aber wir wollen wieder unsere Aktivitäten öffnen, natürlich unter den notwendigen Maßnahmen. 
Jede/r einzelne Gruppenleiter sorgt bei sich für die notwendigen Schutzmaßnahmen, aber alle fiebern wir wieder dem Start entgegen. Die Selbsthilfegruppe hat bereits 2 x stattgefunden und der persönliche  Austausch ist bei den Teilnehmern gut angekommen. Sicherheit funktioniert, wenn jede/r sich unmittelbar vorher testen lässt, neben geimpft und genesen. Ein weiterer Schritt ist die telefonische Anmeldung, dann können wir gut planen. 
Die Zahlen der aktiven Mitglieder sind deutlich zurückgegangen. Als Obmann sage ich laut, bitte werdet aktive Mitglieder, wir leben vom Mitgliedsbeitrag und organisieren davon viele kostenlose Angebote.
 
Danke! Thomas Schmitt (Obmann Gruppe 94)
 

REGELN

REGELN in der Gruppe 94 in Zeiten von COVID-19

Die Corona-Pandemie hat auch in der Gruppe 94 Spuren hinterlassen, über Monate waren alle Aktivitäten eingestellt. In dieser Zeit gab es viele Rückmeldungen, wie dringend notwendig es jetzt wäre, Kontakt zu haben, Informationen zu erhalten, Erfahrungen auszutauschen, Therapien in Gruppen oder für den Einzelnen zu bekommen. 

Jetzt ist es wieder soweit! Seit 1.9.2020 laufen unsere Programme wieder, Beratungen und andere Veranstaltungen finden wieder statt.  

Folgende neue Regeln verbunden mit der Bitte um ein verantwortungsvolles Miteinander sollen dazu beitragen, die Gruppe 94 für unsere Aktivitäten offen zu halten und das Risiko für die Teilnehmer*innen zu minimieren.

  • Für die Teilnahme an einer Veranstaltung ist eine telefonische Voranmeldung bei dem/der jeweiligen Leiter*in erforderlich. Telefonnummern stehen im Terminplan der Zwiebel oder auf der Homepage.
  • Jeder soll Verantwortung zeigen und nur “gesund” kommen. Im Herbst/Winter ist dies nicht einfach, aber es ist für die Gruppe wichtig, hier vertrauen zu dürfen.
  • In der Gruppe 94 besteht Maskenpflicht. Hat man seinen Schutz vergessen, gibt es Ersatzmasken in der Gruppe. Handdesinfektion steht bereit.
  • Persönliche Treffen = Einzeltreffen sind problemlos mit den notwendigen Maßnahmen möglich.

Als Betroffener mit der Diagnose „Krebs“ ist man nicht automatisch ein Risikopatient. Nur wenn das Immunsystem geschwächt ist, z.B. bei einer laufenden Chemotherapie, bei Lymphomen oder bei Lungenkrebs, gehört man zur Risikogruppe. Trotzdem empfehle ich, das persönliche Risiko nicht unnötig zu erhöhen und eher vorsichtig zu sein.

Sowohl die Leiter*innen der Gruppen als auch ich, Dr. Schmitt/Arzt, stehen jederzeit zur Verfügung, um Unklarheiten zu bereden und Situationen zu lösen. Unsere Telefonnummern finden sie auf der Homepage.

Ich wünsche uns allen ein gutes „Hindurchkommen“ durch die Coronakrise.

Dr. Thomas Schmitt (Obmann Gruppe 94)

Einkehr

Was für ein alter Begriff?! Er hat mich sofort angesprochen, und das Gedicht von Christa hat mich berührt. Wie schön das klingt: Einkehr halten, zur Ruhe kommen, Pause, Atem holen, Halt und Rast. Wann hatte ich meine letzte „Rast“, wo wir doch alle so rastlos sind, es eilig haben, nur nichts versäumen wollen, alles auskosten wollen – natürlich nur im positiven Sinne. Doch spielt das Leben wirklich so mit uns? Ist das nicht bereits ein Widerspruch! Das Leben spielt mit uns. Auf unserer Reise passiert so viel, was wir nicht gerufen haben.

Einkehr heißt auch innere Sammlung, Überdenken, Prüfen der eigenen Situation, Selbstbesinnung. Wann hatte ich zuletzt Zeit zum Nachdenken. Interessanterweise jetzt gerade, wo die Pandemie uns viel Zeit geschenkt hat. Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit geben mir Zeit, doch sie machen uns auch Angst. Wo führt das hin? Am Horizont taucht ein Gedanke auf, dass mein Leben vielleicht auf falschen Werten basieren könnte!

Angst kann sich breit machen und solange ich mit mir allein dies durchdenke, kann die Angst durchaus wachsen. Ich brauche die Gemeinschaft für den Austausch, für neue Informationen, um meinen Wertehorizont neu regeln zu können. Doch genau diese Gemeinschaft fehlt mir.  Abstand halten, Maske tragen, unnötige Treffen vermeiden. Andere sind um mein Wohl besorgt und packen mich ein in Isolation. Doch wenn ich sterben soll, ist es gleichgültig für mich, ob ich an Krebs oder einem Virus sterbe. Interessanterweise ist dies für die anderen nicht so! Schicksal versus Schuld, daher bitte bleibe für dich. Wie weit darf das Wohl der Gesellschaft über mein persönliches Wohl stehen, besonders da sehr viele Menschen nicht nur eine Krise meistern müssen, sondern mehrere Krisenbaustellen in ihrem Leben haben.

Wir öffnen unsere Programme und Treffen in der Gruppe 94 wieder, damit DU Einkehr halten kannst. Wir wollen das Risiko für dich und alle Anderen minimieren, daher gibt es einige neue Regeln. Wir glauben, dass gerade jetzt eine Besinnung gut ist, dass eine Rast in einer Gruppe gleich Betroffener guttut, dass reden hilft, sich innerlich zu sammeln, um den eigenen Weg wieder gut gerüstet fortsetzen zu können.

Thomas Schmitt

Allein

Allein

aussichtslos

ausschließlich, einsam

einzig, extra, frei,

freilich, gottverlassen, kinderlos, lauter,

ledig, mutterseelenallein, nur, selbst, solo,

unbeweibt, unverheiratet, verlassen, vereinsamt, zurückgezogen, zumindest,

ganz allein

allein entscheiden

allein genügen

allein deshalb / deswegen

Es ist Unsinn
sagt die Vernunft

Es ist was es ist 
sagt die Liebe

Es ist Unglück
sagt die Berechnung

Es ist nichts als Schmerz
sagt die Angst

Es ist aussichtslos 
sagt die Einsicht

Es ist was es ist
sagt die Liebe

Es ist lächerlich 
sagt der Stolz

Es ist leichtsinnig
sagt die Vorsicht

Es ist unmöglich
sagt die Erfahrung

Es ist was es ist 
sagt die Liebe                                     „Was es ist“, von Erich Fried

Hoffnung

In Zeiten von Corona vereinsamt die Hoffnung, ins Eck gestellt von scheinbar wichtigerem. Ich kenne einige Menschen, die lachen und weinen zugleich, da ihre lebenswichtigen Untersuchungen in eine ungewisse Zukunft verschoben wird wegen Corona. Hoffnung ist immer die Hoffnung des einzelnen Menschen, doch scheinbar ist die Masse „Menschheit“ wichtiger. Ich bin der Mensch!!

Deswegen schreibe ich über Hoffnung.

Dazu ein Zitat von Bollnow, O.F. (1983), 32f:

„Auch mir ist das Verständnis der Hoffnung erst sehr langsam aufgegangen; im Grunde erst durch die große Erfahrung des letzten Krieges. In einer Situation, wo der Verstand keine Möglichkeiten mehr sehen konnte, die unvermeidliche Katastrophe zu überstehen, da blieb die irgendwie verborgene Hoffnung auf ein Überstehen. Und dieses „Irgendwie“, dass das Leben irgendwie doch weitergehen könnte, das ist mir das Entscheidende. Ich habe darum von der Bildlosigkeit dieser letzten Hoffnung gesprochen.“

Ernst Bloch fasst die Hoffnung als ein Vertrauen auf, dass es über den Bereich der Zukunft hinaus, in dem man mit Sicherheit planen kann, in derselben Richtung ( positiv ) noch ein Stück in die Dunkelheit hinein weitergeht. Es beruht auf der eigenen Kraft, die sich aber auch aus der Kraft der Erfahrung der ganzen Menschheit nährt.
Ernst Bloch: „Das Prinzip Hoffnung“ ; 3-bändiges Werk 1956, Berlin

Doch hat für mich Hoffnung auch eine ganz andere Quelle: Kardinal Karl Lehmann, „Gegen Hoffnung in Hoffnung“ 2016, S. 10 f:

„Mir dagegen ist wichtig, dass in der Hoffnung dem Menschen etwas andres tragend entgegenkommt. Dieses Angenommenwerden und Aufgefangenwerden von einer anderen Kraft, die nicht mehr unsre ist, das ist mir das Entscheidede (…) Es gehört zum Wesen dieser Hoffnung, dass ich mir keine Vorstellung von dem mache, was kommen soll und wie es kommen soll, sondern dass ich den eigenen Willen ausschalte und mich ganz dem überlasse, was mir als tragend entgegenkommt.“

Wo stehe ich selber, wie schreite ich in meine Zukunft. Sokrates sagt „Ich weis, dass ich nichts weis“ und hält sich dadurch alles offen. Kant formuliert es schärfer: „Was kann ich wissen, was soll ich tun, was darf ich hoffen?“

Was darf ich hoffen? Wahrheit und Klarheit! Mut gegen die Hoffnungslosigkeit! Einen treuen Begleiter! Mein Leben eine wunderbare Reise mit der Hoffnung nach Hause zu kommen! Lebendigkeit heißt Entwicklung, Ringen mit sich selbst, Veränderung ist möglich! Mein Schrei aus der Tiefe ist der Weg durch die Nacht zu neuem Leben!

Ganz persönlich, Thomas Schmitt